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Spielbetrieb

Schnellmannshausens Vereinsvorsitzender Pascal Luhn, der auch als Spieler für den Verein aktiv ist, spricht im Interview über Aufstiegsverzicht und die kommende Saison[„Staffelsieger 2019, Quotienten-Landesligameister 2020 und das einzige absolvierte Spiel der Serie 20/21 gewonnen: Trotz dieser starken Bilanz hat die SG Schnellmannshausen die vom Thüringer Handballverband gebotene Aufstiegschance nicht genutzt. Weshalb, erklärt Pascal Luhn im Interview. Der 26-Jährige ist bei der SGS Vereinsvorsitzender und Linksaußen in Personalunion.“

Warum hat sich die SG Schnellmannshausen für ein weiteres Jahr in der Landesliga entschiede?  Was spricht gegen eine Meldung in der Thüringenliga?

 

Wir haben alle Anfang November den Handball das letzte Mal in der Hand gehabt. Diese Pause ist länger als die im vergangenen Sommer, zudem weiß niemand wann und wie es weitergehen wird. Es sollte jedoch betont werden, dass es allen anderen Mannschaften auch so geht. Selbst die Zeit im letzten Jahr war für uns, was die Vorbereitung betrifft alles andere als optimal. Wir konnten lange Zeit nur auf unserem Sportplatz in Schnellmannshausen trainieren. Wer diesen kennt, der weiß, dass das nicht die optimalsten Bedingungen für eine Vorbereitung und dem Handballsport sind. Erst einem Monat vor Saisonbeginn konnten wir endlich in der Halle trainieren. Wie bereits erwähnt, weiß niemand wann ein Trainingsbetrieb in der Halle stattfinden kann. Die Thüringenliga ist eine andere Hausnummer, als die Landesliga, dessen sind wir uns bewusst. Ich gehe davon aus, dass wir eine ähnliche Vorbereitung absolvieren werden, wie im vergangenen Jahr. Ohne ausreichendes Training in der Halle, empfinde ich, brauchen wir den Schritt für die Thüringenliga nicht zu Waagen.

Wir haben uns Mannschaftsintern über Vor- und Nachteile ausreichend Gedanken gemacht. Am Ende haben wir für uns für diesen Weg entschieden

 

Wie motiviert sind die Spieler noch? Schließlich war das die dritte Möglichkeit in Folge in die Thüringenliga aufzusteigen.

 

Grundsätzlich ist bei uns allen die Lust und Vorfreude extrem groß endlich wieder trainieren zu dürfen und irgendwann wieder spielen zu können. Wir warten alle auf den Tag X. Die Motivation ist daher bei allen Spielern und Trainern vorhanden.

Ich denke, dass alle gemeinsam getroffenen Entscheidungen nachvollziehbar sind. Ein „Was-Wäre-Wenn-Szenario“ gibt es daher in meinen Gedanken nicht und diese werden dort auch nicht auftauchen.

Das erste Jahr mit Platz 1 kam überraschend. Wir haben uns in den beiden Jahren davor in den unteren Regionen der Tabelle wiedergefunden. Wir sahen die neue eingleisige Landesliga als Aufstieg. In der eingleisigen Landesliga konnten wir an unsere Leistung anknüpfen. Es standen noch spannende Spiele aus. Von Platz 1 bis 7 wäre alles möglich gewesen. Leider kam Corona zu diesem Zeitpunkt. Wir wollten es in der letzten Saison wieder sportlich beweisen, kamen aber nur zu einem Pflichtspiel

 

Wie kann man den Zuschauern eine weitere Saison in der Landesliga schmackhaft machen?

 

Ich denke den Zuschauern geht es wie uns Sportlern. Wir sind froh, wenn wir wieder in die Halle dürfen. Ich hoffe natürlich sehr, dass bei Wiederaufnahme des Spielbetriebs auch Zuschauer uns unterstützen können. Ich gehe davon aus, dass die Fans auch weiterhin in die Normannsteinhalle kommen werden, auch ohne Thüringenliga in der kommenden Saison. Das gemeinsame Feiern eines sportlichen Aufstieges in der kommenden Saison wäre sicherlich für alle ein Fest. Aber das ist Wunschdenken, das in weiter Ferne liegt

 

Wie sehen die Ziele der SG Schnellmannshausen für die kommende Saison aus?

 

Wenn man sich vor Meldefrist Gedanken macht, die Option zu ziehen für die Thüringenliga oder in der Landesliga zu melden, wird man übertrieben gesagt, nicht Platz 4 als Ziel für die Saison aussprechen. Klar ist, dass uns allen die nötige Spielpraxis fehlt, so wie allen anderen Mannschaften auch. Wir werden uns optimal vorbereiten, um bei Beginn des Spielbetriebs gewappnet zu sein, damit wir die Spiele siegreich gestalten können. Was am Ende dabei rauskommt wird man sehen. Wir wollen sportliche Erfolge vorweisen

 

Stehen personelle Veränderungen im Kader an?

 

Wir haben glücklicherweise keine Abgänge. Die Mannschaft bleibt trotz Hausbau, Nachwuchs, etc. am Ball. Das waren die ersten erfreulichen Nachrichten vorab. Das betont nochmals den Willen und die Motivation von allen. Als Neuzugang, im Vergleich zur letzten Saison, kann man Sascha Fiedler zählen. Nach seinem Kreuzbandriss steht er uns glücklicherweise wieder zur Verfügung

 

Wie durchlief die SG Schnellmannshausen die bisherige Corona-Situation?

 

Es fehlt natürlich jedem Einzelnen das gemeinschaftliche Wohl. Wir haben seit Beginn der Coronapandemie keine Mitgliedsaustritte. Was mich natürlich sehr freut, dass alle Mitglieder der SGS die Treue halten. Spannend wird es im Jugendbereich. Wenn der Trainingsbetrieb wieder normal absolviert werden kann, wird man sehen, ob der Nachwuchs weiterhin am Ball bleibt - was wir natürlich alle hoffen

 

Quelle: Thüringer Allgemeine / Thüringische Landeszeitung – Mike El Antaki 

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